UWP machte mich
schon vor einiger Zeit in seinem Blog auf
LMMS aufmerksam.
Damals testete ich die 0.2x-Version, die damals aktuell war, bzw. ich versuchte es, aber egal welche Tricks ich anwandte, unter meinem Gentoo-System ließ sich das Zeug ums Verrecken nicht durchkompilieren. Jedenfalls gab ich dann entnervt auf und nahm mir vor, das Projekt im Auge zu behalten, um eine spätere (und hoffentlich ausgereiftere) Version nochmal anzugehen.
Jetzt im Weihnachtsurlaub, fast anderthalb Jahre später, erinnerte ich mich an diesen Vorsatz und besorgte mir den Quelltext für die aktuelle Version 0.4.2. Und siehe da, die alten Dependencies sind noch installiert und die neue Version kompiliert ohne auch nur ein einziges Mal zu mucken ordentlich durch. Gentoo hat jetzt zwar auch LMMS im Repository, aber derzeit noch die Version 0.4.0 und maskiert. Da der Releasezyklus von 0.4.0 bis 0.4.2 sehr zügig schien, versprach ich mir von den aktuelleren Quellen größere Reife - das roch mir denn doch (ohne das Changelog genauer begutachtet zu haben) arg nach Bugfix-Releases.
Nunja, der ganze Kram ließ sich dann sogar problemlos starten nach der Installation. Die Soundausgabe war auch fix umgebogen auf die Onboard-Soundkarte, an der das Headset angeschlossen ist, damit ich auch abends daran rumbasteln kann ohne die Kinder aus dem Bett zu dröhnen. Selbst die Billig-Kombination Intel-ICH5-Onboardsound mit ALSA bringt ein ordentliches Klangerlebnis hervor.
Mal sehen, wenn ich Zeit und Lust und/oder Not habe, werde ich das auch mal mit
jackd testen, aber momentan sehe ich noch nicht den entsprechenden Schmerz, der mich dazu veranlassen könnte.
Jedenfalls habe ich schon ein bisschen damit herumgespielt und es erinnert mich in Funktion und Bedienbarkeit durchaus an das von Windows bekannte Fruityloops, auch wenn es (noch) nicht so mächtige Plugins hat wie das buntnamige Windows-Programm - ich vermisse z.B. das Text2Speech-Plugin. Dafür gibt es aber recht leicht Abhilfe unter Linux, da LMMS beliebige Samples importieren kann; wie z.B. welche, die man mit
festival erzeugt hat.
Weiterhin unterstützt das Programm u.a. VST- und LADSPA-Plugins, kann .flp-Dateien importieren und so manches mehr, was der Akzeptanz bei Umsteigern und Neu-Suchenden zuträglich ist. Was die Entwickler leider immer noch nicht wirklich in den Griff bekommen haben, sind die bereits von UWP erwähnten Besuche von Mr. Fault, Segmentation Fault, mit der Lizenz zum Datenverlust. Von daher empfiehlt es sich, regelmäßig auf den Speichern-Knopf zu klicken, spätestens nach grundlegenderen Änderungen am Projekt.
Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass LMMS von Haus aus nur den Export in WAV und OGG unterstützt, soweit ich das sehe. Das ist aber auch nur relevant für Menschen, die auch Windows-Usern ihre Musik (oder das, was sie dafür halten) präsentieren wollen und
lame nicht bedienen können. Denn Windows hat nach wie vor Probleme, das freie OGG-Format abzuspielen, wenn man nicht ein wenig Aufwand betreibt und/oder den "richtigen" Player einsetzt. Achja, Sound-Samples, die man in LMMS verwenden will, sollten auch möglichst in OGG vorliegen.
Alles in allem bin ich sehr angetan von dem Projekt und hoffe, dass die Autoren der Software es bald schaffen, die Stabilität in den Griff zu bekommen - es wäre schade drum, wenn das, was man bisher in dem Programm präsentiert bekommt, durch die Stabilitätsprobleme auf der Datenmüllhalde landen würde.
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