Hier war ja mal wieder in der Tat länger nichts zu lesen von mir.
Ein Grund dafür war, dass ich mich in den letzten Monaten einem guten Freund beratend zur Seite gestellt habe, dessen Ansinnen es war, ein Forum mit angeschlossenem Chat auf die Beine zu stellen.
Natürlich nicht irgendein Forum, denn Foren gibt es zu allem Möglichen wie Sand am Meer im Netz. Aufgrund von Erfahrungen und Erlebnissen im engeren Familien- und Bekanntenkreis sollte es eine Anlaufstelle für Missbrauchs- und Gewaltopfer, sowie deren Angehörige werden.
Das ist natürlich ein großes und vor allem sensibles Thema, das sowohl menschlich, rechtlich, als auch technisch eine sehr besondere und wohldurchdachte Behandlung erfordert.
Schon in der anfänglichen Planungsphase wurde klar, dass es weder möglich noch gewollt ist, über diese Plattform therapeutische, geschweige denn medizinische Dienste für die Betroffenen anzubieten, denn dazu würden Geld, Qualifikation und Personal fehlen. Gewollt ist es auch deshalb nicht, weil kein gravierender Mangel herrscht an ebendiesen Diensten, lediglich der Weg dorthin ist vielfach nicht ersichtlich.
Der tatsächlich existierende Mangel in diesem Themenbereich liegt eher da, dass Betroffene und Angehörige oft keine Plattform haben, bzw. finden, wo sie sich ungehindert austauschen können. Wo sie außerhalb des therapeutischen Rahmens Erlebtes erzählen und verarbeiten können, wo sie sich nicht als das herausstechende Opfer fühlen müssen, weil es hier anderen genauso geht, wo sie sich Rat von betroffenen und nicht-betroffenen (auch die sind wichtig) Menschen holen können, und wo sie trotz ihrer oft als "Macke" interpretierten körperlichen und psychischen Folgen immer respektvoll behandelt werden. Es stellte sich heraus, dass wir das Forum an genau dieser Stelle als Angebot verstanden wissen wollten.
Nachdem das klar war, ging es daran, wie das technisch realisiert werden kann - auch die Frage, ob ein Forum und ein Chat überhaupt die geeignete Grundlage dazu bilden, wurde diskutiert. Technische Machbarkeiten mussten abgeklärt und teilweise auch langwierig ausprobiert werden. Hier auch nochmal einen Dank an alle Betroffenen und die Meschen mit Bezug, die uns hier tatkräftig unterstützt haben. Indem sie uns ihr vertrauen schenkten und das bis dahin vorhandene einfach ausprobiert haben, indem sie uns finanziell unterstützten bei Dingen, die wir beide nicht stemmen konnten, indem sie uns Fehlüberlegungen und technisch fehlerhafte Umsetzungen verziehen und Geduld bewiesen, indem sie weiterhin an das Projekt geglaubt haben und uns pausenlos mit Feedback versorgt haben, was aus ihrer Sicht noch fehlt oder so nicht funktioniert. Und nciht zuletzt haben wir von Euch auch das nötige Lob bekommen, um weiterhin mit der nötigen Motivation an dem Projekt weiterzuarbeiten
Aus technischer Sicht wichtig waren Aspekte wie Kommunikationssicherheit und Datenschutz (Ja, Datenschutz ist gerade beim Opferschutz einer der wichtigsten Bestandteile überhaupt, liebe Frau von der Leyen und lieber Herr Schäuble), denn nur in einer geschützen, sicheren Umgebung kann den Menschen das nötige Vertrauen vermittelt werden, das für diese Art Plattform unbedingt und zwingend nötig ist. Hierbei war der Spagat zu bewältigen, einerseits der Administration größtmöglichen Zugriff auf die Identität der Teilnehmer zu gewähren, um Störenfriede erkennen und aussondern zu können, sowie um im nicht gänzlich unwahrscheinlichen Fall, dass sofortige rettende oder helfende Maßnahmen getroffen werden müssen, zeitnah reagieren zu können. Andererseits steht natürlich die Anonymität der Einzelnen ganz oben, und um ernstgenommen zu werden, muss auch alles unternommen werden, dass im Zweifelsfall die Teilnehmer gegen jegliche "feindliche" Auskunftsersuchen geschützt werden können.
Summa summarum haben wir denke ich eine solide Basis geschaffen, dass dieses Projekt (das übrigens auf den klangvollen Namen
Farben des Lebens hört) genau das leisten kann, was wir uns erdacht haben. Doch über Erfolg und Misserfolg, das sollte jedem klar sein, der so ein Projekt startet, entscheidet natürlich die härteste Jury der Welt, nämlich das Publikum . in diesem Fall die (zukünftigen) Teilnehmer.
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