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Dauerhafte Einträge
Schon abmahnwürdige Wörter GEZählt?
Was die GEZ derzeit treibt, hat es nur knapp in das Sommerloch geschafft.
Ausgerechnet ein "Unternehmen", welches sich u.a. verbrecherischer Mittel bedient, um sich unrechtmäßig Zugang zu Privatwohnungen zu verschaffen¹, an Dreistigkeit also kaum zu überbieten ist, mahnt die Betreiber einer Informationsseite ab, da sie "Irreführende und falsche Begriffsverwendung" auf ihren Seiten verwende. Ausgerechnet der Laden, der sogar öffentlich propagiert, dass seine MItarbeiter im gewerbsmäßigen Stil irreführende und falsche Tatsachenbehauptungen (um die es in der Abmahnung übrigens auch geht) verwenden. (Nebenbei: Hängen die GEZ-Plakate eigentlich noch, auf denen vier junge Frauen abgebildet sind nebst dem Satz "Eine dieser netten Damen arbeitet für uns - nur wir wissen, welche"?)
Zumindest das ZDF hat sich implizit von den neuerlichen Dreistigkeiten der GEZ distanziert: "die GEZ ist nicht vom ZDF beauftragt." Ansonsten halten sich die Öffentlich-Rechtlichen in dieser Sache bedeckt, bzw. wiegeln wie die ARD in Abstimmung mit der GEZ eher ab. Doch auch in der Politik sind kritische Stimmen zu den aktuellen GEZ-Eskapaden zu hören. So sagte der Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto, "wie auch immer das Abmahnschreiben rechtlich zu beurteilen ist, aus politischer Sicht ist es eine Absurdität."
"Absurd" ist auch der mildeste Begriff, der mir zu den Umformulierungen einfällt, die die GEZ den Betreibern von akademie.de nahelegt.
Hier die von akademie.de freundlicherweise veröffentlichte Liste der beanstandeten Begriffe nebst GEZ-konformer Alternative:
(Ich hoffe, damit ein wenig den/die Server von akademie.de ein wenig entlasten zu können)
¹) Um diese Behauptung zu belegen, bevor die allseits geliebte Gebühreneinzugszentrale mir auch einen freundlichen Brief schickt: Es trug sich im Sommer 1996 in der niederrheinischen Kleinstadt Goch zu, dass an der Türe des Hauses, welches ich zu der Zeit gemeinsam mit meinem Vater bewohnte, ein GEZ-Mitarbeiter mittels Betätigung der Türklingel um Aufmerksamkeit suchte. Dieser gab sich jedoch nicht als ebensolcher aus, sondern behauptete, von den Stadtwerken zu kommen (ja, zumindest damals waren die noch nicht privatisiert) und irgendwas, das er mir nicht naeher erläutern konnte oder wollte (warum wohl?), an den Zählern für Gas, Strom und Wasser machen zu müssen. Untermalt wurde das Gesamtbild von einem verschlissenen Blaumann und irgendeinem Zettel mit einem Briefkopf (der den Schreiben der Stadtwerke im Übrigen so gar nicht ähnlich sah), der mir für den Bruchteil einer Sekunde unter die Nase gehalten wurde und dann auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen des Blaumanns verschwand. Jedenfalls beharrte der vorgebliche Stadtbedienstete darauf, dass er dazu in die Wohnung müsse, obwohl ich ihm mehrfach versichert habe, dass sämtliche Zähler im Keller zu finden seien, und er dort gern unter meiner Aufsicht das erledigen könne, was er laut seinem Auftrag dort zu machen habe. Aufgrund seines hartnäckigen Beharrens darauf, dass er in den Wohnbereich müsse, habe ich diesem netten Herrn dann schlussendlich den Zutritt ins Haus verweigert.
Wenige Tage darauf flatterten zwei Schreiben der GEZ in unseren Briefkasten - eines an "Herrn Rae", sowie eines an "Herrn Costas" (Mein Vater hatte aus einem Scherz heraus "Rae & Costas" auf unser Klingelschild geschrieben, da ich zu der Zeit in einem griechischen Restaurant gekellnert hatte). Bis zu den Briefen dachte ich, dass das ein gewöhnlicher Verbrecher war, der wie ich die wenige Wochen zuvor ausgestrahlte Sendung von "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" gesehen hatte, wo eine ähnliche Masche vorgestellt wurde.
Ausgerechnet ein "Unternehmen", welches sich u.a. verbrecherischer Mittel bedient, um sich unrechtmäßig Zugang zu Privatwohnungen zu verschaffen¹, an Dreistigkeit also kaum zu überbieten ist, mahnt die Betreiber einer Informationsseite ab, da sie "Irreführende und falsche Begriffsverwendung" auf ihren Seiten verwende. Ausgerechnet der Laden, der sogar öffentlich propagiert, dass seine MItarbeiter im gewerbsmäßigen Stil irreführende und falsche Tatsachenbehauptungen (um die es in der Abmahnung übrigens auch geht) verwenden. (Nebenbei: Hängen die GEZ-Plakate eigentlich noch, auf denen vier junge Frauen abgebildet sind nebst dem Satz "Eine dieser netten Damen arbeitet für uns - nur wir wissen, welche"?)
Zumindest das ZDF hat sich implizit von den neuerlichen Dreistigkeiten der GEZ distanziert: "die GEZ ist nicht vom ZDF beauftragt." Ansonsten halten sich die Öffentlich-Rechtlichen in dieser Sache bedeckt, bzw. wiegeln wie die ARD in Abstimmung mit der GEZ eher ab. Doch auch in der Politik sind kritische Stimmen zu den aktuellen GEZ-Eskapaden zu hören. So sagte der Medienexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto, "wie auch immer das Abmahnschreiben rechtlich zu beurteilen ist, aus politischer Sicht ist es eine Absurdität."
"Absurd" ist auch der mildeste Begriff, der mir zu den Umformulierungen einfällt, die die GEZ den Betreibern von akademie.de nahelegt.
Hier die von akademie.de freundlicherweise veröffentlichte Liste der beanstandeten Begriffe nebst GEZ-konformer Alternative:
1.) Falsche Einzelbegriffe
Hierzu zählt zunächst die Nutzung nicht existenter Begriffe, die offenbar nur dazu dient, ein negatives Image der GEZ hervorzurufen.
Falsch:
Richtig:
GEZ-Gebühren
gesetzliche Rundfunkgebühren
GEZ für PC zahlen
gesetzliche Rundfunkgebühr für neuartige Rundfunkempfangsgeräte
GEZ-frei
von der gesetzlichen Rundfunkgebühr befreit
GEZ-Gebührenpflicht
gesetzliche Rundfunkgebührenpflicht
GEZ-gebührenfrei
von der gesetzlichen Rundfunkgebühr befreit
GEZ-Rundfunkgebühr
gesetzliche Rundfunkgebühr
PC-"Wegelagerei-Gebühr" der GEZ
gesetzliche Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte
GEZ-Gebührenfahnder
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
GEZ-Fahnder
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
GEZ-Zwangsanmeldung
Begriff nicht existent, da bei einer gesetzlichen Gebührenpflicht keine Zwangsanmeldung möglich ist
GEZ-Anmeldung
gesetzlich vorgesehene Anmeldung von zum Empfang bereit gehaltener Rundfunkgeräte
GEZ-Abmeldung
gesetzlich vorgesehene Abmeldung der angemeldeten zum Empfang bereit gehaltenen Rundfunkgeräte
GEZ-Anschreiben
Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird
GEZ-Brief
Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit dessen Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird
GEZ-Briefserien
mehrere Informationsschreiben der GEZ und/oder Schreiben, mit deren Hilfe der gesetzliche Auskunftsanspruch des § 4 Abs. 5 RGebStV geltend gemacht wird
GEZ-Gebührenbescheid
Bescheid der räumlich zuständigen Landesrundfunkanstalt über die gesetzliche Rundfunkgebühr
GEZ-Widerspruchsbescheid
Widerspruchsbescheid der räumlich zuständigen Landesrundfunkanstalt über die gesetzliche Rundfunkgebühr
GEZ-Antwortbogen
dem Informationsschreiben der GEZ beigefügtes Formular zur Erteilung der Auskunft nach § 4 Abs. 5 RGebStV
GEZ-Fälle
Gerichtsverfahren zur Klärung der Rundfunkgebührenpflicht
GEZ-Verweigerer
offenbar sind hiermit Schwarzseher und/oder -hörer gemeint
2.) Nicht auf die GEZ bezogene falsche Begriffe:
Daneben verwenden Sie folgende weitere falsche Begriffe:
Falsch:
Richtig:
PC-Rundfunkgebühren
gesetzliche Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte
PC-Gebühr
gesetzliche Rundfunkgebühren für neuartige Rundfunkempfangsgeräte
Privatfahnder
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
Gebührenjäger
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
Gebührenhäscher
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
Provisionsjäger
Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten oder Rundfunkgebührenbeauftragter
Fangprämie
Provision des Beauftragtendienstes der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder der Rundfunkgebührenbeauftragten
Kopfprämie
Provision des Beauftragtendienstes der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder der Rundfunkgebührenbeauftragten
Jagdrevier des Gebührenfahnders
Bezirk des Beauftragtendienstes der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten oder der Rundfunkgebührenbeauftragten
Mitglied der Rundfunkgebührenzahler
Rundfunkteilnehmer aufgrund der gesetzlichen Rundfunkgebührenpflicht
(Ich hoffe, damit ein wenig den/die Server von akademie.de ein wenig entlasten zu können)
¹) Um diese Behauptung zu belegen, bevor die allseits geliebte Gebühreneinzugszentrale mir auch einen freundlichen Brief schickt: Es trug sich im Sommer 1996 in der niederrheinischen Kleinstadt Goch zu, dass an der Türe des Hauses, welches ich zu der Zeit gemeinsam mit meinem Vater bewohnte, ein GEZ-Mitarbeiter mittels Betätigung der Türklingel um Aufmerksamkeit suchte. Dieser gab sich jedoch nicht als ebensolcher aus, sondern behauptete, von den Stadtwerken zu kommen (ja, zumindest damals waren die noch nicht privatisiert) und irgendwas, das er mir nicht naeher erläutern konnte oder wollte (warum wohl?), an den Zählern für Gas, Strom und Wasser machen zu müssen. Untermalt wurde das Gesamtbild von einem verschlissenen Blaumann und irgendeinem Zettel mit einem Briefkopf (der den Schreiben der Stadtwerke im Übrigen so gar nicht ähnlich sah), der mir für den Bruchteil einer Sekunde unter die Nase gehalten wurde und dann auf Nimmerwiedersehen in den Untiefen des Blaumanns verschwand. Jedenfalls beharrte der vorgebliche Stadtbedienstete darauf, dass er dazu in die Wohnung müsse, obwohl ich ihm mehrfach versichert habe, dass sämtliche Zähler im Keller zu finden seien, und er dort gern unter meiner Aufsicht das erledigen könne, was er laut seinem Auftrag dort zu machen habe. Aufgrund seines hartnäckigen Beharrens darauf, dass er in den Wohnbereich müsse, habe ich diesem netten Herrn dann schlussendlich den Zutritt ins Haus verweigert.
Wenige Tage darauf flatterten zwei Schreiben der GEZ in unseren Briefkasten - eines an "Herrn Rae", sowie eines an "Herrn Costas" (Mein Vater hatte aus einem Scherz heraus "Rae & Costas" auf unser Klingelschild geschrieben, da ich zu der Zeit in einem griechischen Restaurant gekellnert hatte). Bis zu den Briefen dachte ich, dass das ein gewöhnlicher Verbrecher war, der wie ich die wenige Wochen zuvor ausgestrahlte Sendung von "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" gesehen hatte, wo eine ähnliche Masche vorgestellt wurde.
Geschrieben von Sven Grounsell
in Blödsinn, Geschmacklos, Sprache, Tagesgeschehen
am
Freitag, 24. August 2007 15:20
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Tags für diesen Artikel: abmahnung
, akademie.de
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Selbstverschuldeter oder herbeigeredeter Fachkräftemangel
Kaum lebt die Konjunktur wieder auf, verteuert sich alles und die Wirtschaftsverbände beklagen sich wieder über den angeblichen immensen Fachkräftemangel. Wer erinnert sich nicht an die erfolgreiche Greencard-Kampagne Rinder statt Inder Kinder statt Rinder Kinder statt Inder, bzw. das Gegenteil davon?
Nunja, tagesschau.de liefert bei den heutigen Schlagzeilen gleich die Antwort, warum sich die Inder von damals heute möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stellen wollen. In einem Land, wo sich so behandelt würde, hätte ich auch keine Lust, meinen Beitrag zum Volkswohl zu leisten.
Aber geschmacklosen Sarkasmus mal beiseite - gibt es diesen vielbeschworenen Fachkräftemangel wirklich? Auch namhafte Experten mit einschlägigen Lehrstühlen haben ihre fundierten Zweifel daran; und deren Argumente klingen meines Erachtens durchaus plausibel.
Demnach gibt es diesen Mangel, weil es die Wirtschaft so will. Sie verdient in allen Richtungen daran - der Dumme ist hierbei nur der Arbeitnehmer. Wenn man sich mal vor Augen führt, welchen Effekt der Schrei nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt hat, bzw die Folgen des Schreis, dann könnte das in der Tat eine Erklärung sein.
Also von vorn: Gegeben sei die Situation, dass eigentlich ausreichend Fachkräfte vorhanden seien. Nun verbreitet die Wirtschaft in der Politik Panik, dass die Aufkeimende Konjunktur wieder ersticken könnte, weil eben doch ein Mangel an Fachkräften dasei. Was passiert? Wirtschaftspolitiker setzen alles daran, dass dieser (vorgebliche) Spezialistenmangel mit allen Mitteln ausgeglichen wird - durch (Um)Schulungen und Fortbildungen, mit irgendwelchen Greencard-Kampagnen, usw.
Ab diesem Punkt passieren 2 Dinge parallel, deren nutzen für die Wirtschaft nicht bestritten werden kann. Zum Einen sind Schulungsunternehmen zweifelsohne Teil der Wirtschaft, die an einem massiven (Weiter)Bildungsprogramm natürlich ordentlich verdienen, zum Anderen - und jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil - ist nun ein deutliches Überangebot an passenden Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt, was wiederrum effektiv eingesetzt werden kann, um die Lohnkosten für die Fachkräfte zu drücken, bzw. unten zu halten.
Auch wenn das jetzt ein wenig marxistisch angehaucht klingen mag, aber die Gewinner/Verlierer-Bilanz finde ich durchaus beachtenswert in diesem Zusammenhang: Alles, was in unserem "System" Einfluss hat, gewinnt - Politiker, die eine Konjunkturabschwächung verhindert haben, Wirtschaftsunternehmen und -lobbyisten, die effizienter und preisgünstiger ihre Leistungen erbringen können, ihre Aktionäre besser zufriedenstellen können... überall strahlende Gesichter. Der einzige Verlierer ist der Arbeitnehmer, für den eine Situation künstlich geschaffen wurde, in der er sich "unter Preis" verkaufen muss - denn es gibt ja noch genug andere von seiner Sorte, die nur darauf warten, seine Stelleeinzunehmen anzunehmen.
Mich für meinen Teil regt das jedenfalls zum Denken an, wo Akademiker und Leute mit abgeschlossenen, soliden Ausbildungen in vielen Gegenden kaum bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben als Menschen vor 10 Jahren, die die Hauptschule nach der 9. Klasse geschmissen haben.
Nunja, tagesschau.de liefert bei den heutigen Schlagzeilen gleich die Antwort, warum sich die Inder von damals heute möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stellen wollen. In einem Land, wo sich so behandelt würde, hätte ich auch keine Lust, meinen Beitrag zum Volkswohl zu leisten.
Aber geschmacklosen Sarkasmus mal beiseite - gibt es diesen vielbeschworenen Fachkräftemangel wirklich? Auch namhafte Experten mit einschlägigen Lehrstühlen haben ihre fundierten Zweifel daran; und deren Argumente klingen meines Erachtens durchaus plausibel.
Demnach gibt es diesen Mangel, weil es die Wirtschaft so will. Sie verdient in allen Richtungen daran - der Dumme ist hierbei nur der Arbeitnehmer. Wenn man sich mal vor Augen führt, welchen Effekt der Schrei nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt hat, bzw die Folgen des Schreis, dann könnte das in der Tat eine Erklärung sein.
Also von vorn: Gegeben sei die Situation, dass eigentlich ausreichend Fachkräfte vorhanden seien. Nun verbreitet die Wirtschaft in der Politik Panik, dass die Aufkeimende Konjunktur wieder ersticken könnte, weil eben doch ein Mangel an Fachkräften dasei. Was passiert? Wirtschaftspolitiker setzen alles daran, dass dieser (vorgebliche) Spezialistenmangel mit allen Mitteln ausgeglichen wird - durch (Um)Schulungen und Fortbildungen, mit irgendwelchen Greencard-Kampagnen, usw.
Ab diesem Punkt passieren 2 Dinge parallel, deren nutzen für die Wirtschaft nicht bestritten werden kann. Zum Einen sind Schulungsunternehmen zweifelsohne Teil der Wirtschaft, die an einem massiven (Weiter)Bildungsprogramm natürlich ordentlich verdienen, zum Anderen - und jetzt kommen wir zum wichtigsten Teil - ist nun ein deutliches Überangebot an passenden Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt, was wiederrum effektiv eingesetzt werden kann, um die Lohnkosten für die Fachkräfte zu drücken, bzw. unten zu halten.
Auch wenn das jetzt ein wenig marxistisch angehaucht klingen mag, aber die Gewinner/Verlierer-Bilanz finde ich durchaus beachtenswert in diesem Zusammenhang: Alles, was in unserem "System" Einfluss hat, gewinnt - Politiker, die eine Konjunkturabschwächung verhindert haben, Wirtschaftsunternehmen und -lobbyisten, die effizienter und preisgünstiger ihre Leistungen erbringen können, ihre Aktionäre besser zufriedenstellen können... überall strahlende Gesichter. Der einzige Verlierer ist der Arbeitnehmer, für den eine Situation künstlich geschaffen wurde, in der er sich "unter Preis" verkaufen muss - denn es gibt ja noch genug andere von seiner Sorte, die nur darauf warten, seine Stelle
Mich für meinen Teil regt das jedenfalls zum Denken an, wo Akademiker und Leute mit abgeschlossenen, soliden Ausbildungen in vielen Gegenden kaum bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben als Menschen vor 10 Jahren, die die Hauptschule nach der 9. Klasse geschmissen haben.
Geschrieben von Sven Grounsell
in Blödsinn, Geschmacklos, Tagesgeschehen
am
Sonntag, 19. August 2007 20:04
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Tags für diesen Artikel: ansturm
, arbeitnehmer
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Deutsche Gesetzgebung vs Sicherheitslücken
So macht Gesetzgebung doch Spaß!
Wir erlassen mal fix ein Gesetz, das den Einsatz von "Hacker-Tools" verbietet und *schwuppdibupp*, schon verschwinden die Sicherheitslücken ins Ausland. Ist doch praktisch, oder?
Wenn doch nur jedes Land so einen Anti-Hacker-Paragraphen in die Gesetzgebung aufnehmen würde... dann könnten wir endlich wieder register_globals auf "on" setzen, könnten uns die Mühe sparen, jede, aber auch jede verdammte Nutzereingabe zu prüfen, Administratoren wären erheblich entlastet von der lästigen Aufgabe, ständig Updates einspielen zu müssen, und was noch viel wichtiger ist: Jeder Server hätte die Möglichkeit stabil zu laufen.
Denn, wie wir alle wissen, die größten Gefahren für die Betriebsfähigkeit eines Servers sind a) böse Jungs, die nach Sicherheitslücken fahnden und sie oft genug auch entdecken und b) Software und Patches, die noch nicht ausreichend getestet wurden, sondern von dem Administrator "auf die Schnelle" eingespielt wurden, um Sicherheitslücken zu stopfen.
Ach, was wäre das doch für eine schöne Welt, wenn man all diese Probleme endlich dank entsprechender Verbote und Gesetze ausgemerzt hätte.
PS: Eventuell gefundene Ironie oder gefundener Sarkasmus darf behalten werden, es gibt dafür keinerlei Anerkennung oder Lob und keinerlei Sachleistungen oder anderweitige Vergütungen.
Wir erlassen mal fix ein Gesetz, das den Einsatz von "Hacker-Tools" verbietet und *schwuppdibupp*, schon verschwinden die Sicherheitslücken ins Ausland. Ist doch praktisch, oder?
Wenn doch nur jedes Land so einen Anti-Hacker-Paragraphen in die Gesetzgebung aufnehmen würde... dann könnten wir endlich wieder register_globals auf "on" setzen, könnten uns die Mühe sparen, jede, aber auch jede verdammte Nutzereingabe zu prüfen, Administratoren wären erheblich entlastet von der lästigen Aufgabe, ständig Updates einspielen zu müssen, und was noch viel wichtiger ist: Jeder Server hätte die Möglichkeit stabil zu laufen.
Denn, wie wir alle wissen, die größten Gefahren für die Betriebsfähigkeit eines Servers sind a) böse Jungs, die nach Sicherheitslücken fahnden und sie oft genug auch entdecken und b) Software und Patches, die noch nicht ausreichend getestet wurden, sondern von dem Administrator "auf die Schnelle" eingespielt wurden, um Sicherheitslücken zu stopfen.
Ach, was wäre das doch für eine schöne Welt, wenn man all diese Probleme endlich dank entsprechender Verbote und Gesetze ausgemerzt hätte.
PS: Eventuell gefundene Ironie oder gefundener Sarkasmus darf behalten werden, es gibt dafür keinerlei Anerkennung oder Lob und keinerlei Sachleistungen oder anderweitige Vergütungen.
Geschrieben von Sven Grounsell
in Blödsinn, Tagesgeschehen, Technisches
am
Dienstag, 14. August 2007 15:39
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Ein Traum von DNSBL: sanft und zuverlässig
Durch Manuel Schmitts Blog bin ich im Zuge der Umstellungen und weiterer Beiträge zur DNS-Blacklist ix.dnsbl.manitu.net auf Selbige aufmerksam geworden. Als spam-geplagter Mailserverbetreiber wurde ich hellhörig und unternahm die notwendigen Schritte, meinem Mailserver die DNSBL unterzujubeln, dass er sie fürderhin zur Rate ziehe bei der Entscheidung, ob eine Mail angenommen werden soll oder nicht.
Nun ist diese Konfiguration mittlerweile ein paar Tage in Betrieb, Zeit also, ein bisschen auszuwerten und ein Urteil zu fällen. Und siehe da! Die Liste blockiert mehr Mails als alle anderen von mir bisher eingesetzte Listen zusammen.
Die einzige Blacklist, die auch nur ansatzweise ähnlich oft in den Logs auftaucht, ist sbl-xbl.spamhaus.org. Dieser Liste gegenüber bin ich allerdings mittlerweile sehr skeptisch, spätestens seit ich weiß, dass die Liste als politisches Druckmittel missbraucht wird, was für mich und meine Mitbenutzer inakzeptabel ist. Politisch motivierte Zensur (was damit ja letztenendes stattfindet), unabhängig von Denkrichtung oder Motivation, kann jeder Nutzer meinetwegen für sich selbst betreiben, mir als Dienstleister steht es meinem moralischen Verständnis nach eindeutig nicht zu.
Diese Sorge habe ich bei der iX-DNSBL glücklicherweise nicht - Die Liste arbeitet "anerkannt sanft"
Nun ist diese Konfiguration mittlerweile ein paar Tage in Betrieb, Zeit also, ein bisschen auszuwerten und ein Urteil zu fällen. Und siehe da! Die Liste blockiert mehr Mails als alle anderen von mir bisher eingesetzte Listen zusammen.
Die einzige Blacklist, die auch nur ansatzweise ähnlich oft in den Logs auftaucht, ist sbl-xbl.spamhaus.org. Dieser Liste gegenüber bin ich allerdings mittlerweile sehr skeptisch, spätestens seit ich weiß, dass die Liste als politisches Druckmittel missbraucht wird, was für mich und meine Mitbenutzer inakzeptabel ist. Politisch motivierte Zensur (was damit ja letztenendes stattfindet), unabhängig von Denkrichtung oder Motivation, kann jeder Nutzer meinetwegen für sich selbst betreiben, mir als Dienstleister steht es meinem moralischen Verständnis nach eindeutig nicht zu.
Diese Sorge habe ich bei der iX-DNSBL glücklicherweise nicht - Die Liste arbeitet "anerkannt sanft"
Geschrieben von Sven Grounsell
in Administrativ, Technisches
am
Mittwoch, 4. Juli 2007 23:21
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